Malta – Darum solltest du auf jeden Fall da gewesen sein

Valletta

Linksverkehr, harte Felsküsten, leckerer Fisch und Geschichte an jeder Ecke. Müsste ich meine Lieblingsinsel in nur einem Satz beschreiben, würde ich es wohl so versuchen. Da dieser kurze Einzeiler der real gewordenen Zeitreise im Mittelmeer auch nicht nur annähernd gerecht wird, habe ich noch die ein oder andere Zeile hinzugefügt und die nun folgende Liebeserklärung an Malta zuerst auf mehrere Seiten ausschweifen lassen, um sie anschliessend für dich auf das Wesentliche zu reduzieren. Viel Spaß beim Lesen!

Allgemein

Bevor ich die Top Things To Do, wie es immer so schön heisst, aufzähle, zuerst noch die Hardfacts, das Wesentliche, die Dinge, die du wissen musst, um nicht sofort als Tourist*in enttarnt zu werden, damit du für deinen Malta-Trip das nötige Allgemeinwissen mitbringst. Und keine Angst, ich fasse mich kurz ;).

Drei Flugstunden von Deutschland und 80 Kilometer südlich von Sizilien liegt, umgeben vom Mittelmeer, der aus drei Inseln bestehende Staat Malta. Amtssprachen sind Maltesisch und Englisch. Im Staat mit der fünfthöchsten Bevölkerungsdichte weltweit leben 500.000 Einwohner auf 316 Quadratkilometern. Gefahren wird auf der linken Straßenseite und besonders stolz sind die Malteser (neben ihrer Küche natürlich) auf ihre Geschichte. Über 6000 Jahre lassen sich die Spuren der Inselbewohner zurückführen und (natürlich) zählt Valletta – die Hauptstadt – zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Fortbewegung

Du hast genug Zeit und kannst es eigentlich gemütlich angehen, doch trotzdem rate ich dir den Gang zur Autovermietung. Ein Auto auf Malta ist ein nicht- in-Geld-aufzuwiegendes-Upgrade; vertrau’ mir. Die Preise sind nicht allzu hoch und so kannst du dir ab 3,85€ am Tag einen flotten VW Up sichern. Nicht vergessen: in Malta herrscht Linksverkehr.

Unterkünfte

Natürlich gibt es eine ganze Menge großartiger Hotels auf dieser Insel, doch da ich nicht alle besucht habe, kann ich nicht über jedes mein Urteil fällen. Allerdings hab ich schon die ein oder andere Nacht in einem maltesischen Hotel verbracht und so kannst du mir getrost vertrauen, wenn ich dir vor allem die folgenden beiden Hotels ans Herz lege:

Das Chapel 5 Palazzo Suites B&B und das Ramla Bay Resort. 

To do’s – Das musst du machen

Tauchen – Malta bietet nicht nur zu Lande Außergewöhnliches, nein, auch die Unterwasserwelt rund um die Insel wartet mit einem Naturschauspiel, welches seinesgleichen sucht, auf. Vielen Landratten bleibt so verborgen, was in der europäischen Taucherszene schon längst kein Geheimtipp mehr ist: Kristallklares Wasser, eine geringe Strömung, Felsküsten, spektakuläre Höhlen und geheimnisvolle Wracks. Vom Anfänger bis zum erfahrenen Vollzeittaucher, schau’ mal hier vorbei.

Mdina – Für Viele ist die ehemalige Hauptstadt Maltas erst nach Game of Thrones ein Begriff (viele Szenen in der Fantasystadt Königsmund wurden u.a. hier gedreht). Die sog. Stille Stadt  zählt heute nur rund zweihundertfünfzig Einwohner und hat (ich habe nachgezählt) nur ein (!) Hotel. In dieser von Mauern umgebenen Stadt, in der sich schmale Gassen und aus sandfarbenem Kalkstein errichtete Paläste und Kirchen aneinanderreihen wie andernorts All-inclusive Hotels oder überteuerte Strandclubs, scheint die Zeit auf magische Art still zu stehen. 

Zwar würde ich dir raten in Mdina sämtliche To-Do Listen beiseite zu legen und einfach drauf los zu spazieren, doch nur für den Notfall, liste ich dir noch die bekanntesten Gebäude dieser Stadt auf: 

Das Mdina Gate, welches in oben genannter Fantasyserie des Öfteren zu bestaunen war; der einstige Stadtpalast Palazzo Falson, welcher heute als Museum dient; apropos Museum: Für alle Kulturbegeisterten kann ein Blick ins Mdina Dungeons Museum sowie dem National Museum of Natural History nicht schaden.

Auf gar keinen Fall solltest du dir den Bastion Square und das Karmeliter Kloster entgehen lassen. Abschließend kannst du dir im The Mdina Experience innerhalb von nur 30 Minuten anschauen, was während der letzten knapp 10.000 Jahre so alles auf Malta passiert ist.

Kurz, wer in Mdina auf der Suche nach Ruhe und einer Atempause ist, ist hier bestens aufgehoben.

Popeye Village – Natürlich darf auch das wohl meistfotografierte Motiv Maltas auf dieser Liste nicht fehlen. Die Kulissenstadt, die auch unter dem Namen Sweethaven Village bekannt ist, diente einst als Drehort des bekannten Films über den wohl berühmtesten Spinat-Junkies aller Zeiten.

Das mittlerweile zum Freizeitpark umfunktionierte Village liegt direkt an einer wunderschönen Bucht, an der an stürmischen Tagen so manche Welle zornig gegen die Felsen klatscht. An windstillen Tagen liegt das Dörfchen inmitten kristallklaren Wassers und macht den Eindruck, als wäre es direkt aus einem Malbuch entsprungen.

Marsaxlokk – Vielen ist das kleine Fischerdorf vor allem wegen der bunt bemalten Fischerboote (Luzzu Boote) ein Begriff, welche ständig Nachschub für den täglich stattfindenden Fischmarkt entlang der wunderschönen Promenade sorgen. Neben Fisch findest du hier aber auch Souvenirs, Bekleidung, Handtaschen, Tischdecken und vieles mehr.

Ein unmittelbares Hungergefühl stellt sich beim Gang über die Promenade zwangsläufig ein. Doch keine Sorge, auch hierfür ist gesorgt: Gespickt mit leckeren Fischrestaurants kann ein jeder Marsaxlokk-Flaneur seinen Appetit stillen.

Ein kurzen Abstecher nach einem herzhaften Mittag- (oder Abend-) Essen zur Our Lady of Pompeii – einer altehrwürdigen maltesischen Kirche aus dem Jahre 1897, bevor es zur nächsten Sehenswürdigkeit geht.

St. Peter’s Pool – Ein, wie es so schön heisst Insider, ein Geheimtipp, ein vom Großteil der auf den ausgetretenen Pfaden Wandernden bislang unentdeckt gebliebenen Orte. Vielleicht, weil dieser Kieselstrand nicht leicht zu erreichen ist und so manch (gelinder ausgedrückt) vollgegessenem Marsaxlokk-Besucher der 30 minütige Marsch zu weit erscheinen vermag.

Gozo – Sicherlich hast du dir bereits gedacht, wann kommt endlich die Nachbarinsel Gozo zur Sprache; jetzt! Mit der Fähre plätscherst du entspannt ungefähr 30 Minuten nach Gozo und bezahlst hierfür lediglich 4,65€ bzw. 15,70€ mit dem Auto. Hin und zurück wohlgemerkt.

Auf Gozo angekommen führen zwar nicht alle, aber doch recht viele Wege nach Victoria, der Inselhauptstadt. Hier darfst du dir auf gar keinen Fall die schon von weiter Entfernung zu sehende Zitadelle entgehen lassen. Alles weitere ergibt sich beim gemütlichen Spaziergang entlang der Festungsmauern von selbst. 360-Grad-Panorama-Blick auf Dörfer, Täler, Kirchen und dem Meer inklusive.

Das Azure Window durfte auf keiner Gozo-Liste fehlen. Der über dem Meer stehende, natürliche Felsbogen war einst der Stolz der Gozitaner. Leider muss ich an dieser Stelle die Vergangenheitsform nutzen, denn 2017 ist diese sagenumwobene, unvollkommene Felsschleife zusammengebrochen. Das Himmelblaue Felsenfenster liegt nun also begraben von kalten Wassermassen im Mittelmeer. Wer sich dennoch an diesen nach wie vor wundervollen Ort zu verirren mag, wird wohl kaum enttäuscht wieder den Heimweg antreten, denn der Dwejra Bay ist einer der schönsten Orte von Gozo. Ob wandern, schwimmen, tauchen oder entspannt aufs Meer hinaus blicken, hier kannst du auch ohne Azure Window einen schönen Tag verbringen.

Im nach dem Vatikanstadt katholischsten Land der Welt sollte es nicht verwundern, dass unzählige Kirchen die verschiedenen Stadtbilder prägen. Die Basilika Ta Pinu zählt definitiv zu den prachtvollsten Kirchen der Insel. Bereits aus großer Ferne schraubt sich der über 60 Meter hohe Glockenturm der Basilika in die Lüfte. Prominentester Besucher ist Papst Johannes Paul II, welcher der Kirche auf seiner Reise nach Malta einst einen Besuch abstattete.

Neben all den scharfen Steinstränden, welche Malta und Gozo umziehen, ist ein Sandstrand eine willkommene Abwechslung. Ramla Bay, auch Roter Strand genannt, verwöhnt seine Besucher*innen mit tollem Wasser und (viel wichtiger) mit einem Ufer, welches ohne, vor Schnittverletzungen schützende, Badelatschen betreten werden kann. Alleine hierfür lohnt sich der Besuch.

Nur einen kurzen Fußmarsch entfernt vom Ramla Bay wartet die Calypso Cave auf dich. Von hier aus hast du einen tollen Blick auf den Ramla Bay und kannst deine Gedanken über das Meer schweifen lassen. Spiegelverkehrt zur Calypso Höhle komplettiert die Tal-Mixta Cave das Postkartenmotiv.

Als perfekter Ausklang für einen gelungen Gozo Aufenthalt rate ich dir zu einem Abstecher in das kleine Badeörtchen Xlendi. Hier kannst du neben schwimmen, tauchen, schnorcheln und Seele baumeln lassen vor allem das kulinarische Gozo von seiner besten Seite kennen lernen. 

Valletta – ich hätte auch gut und gerne einen ganzen Blogartikel einzig und alleine über die wundervolle Hauptstadt der Insel schreiben können (und bei genauerer Überlegung mache ich das vielleicht auch noch), doch hier sollen es erst einmal wenige, dafür sehr präzise Zeilen sein, um dir das Zentrum Maltas näher zu bringen.

Ein Einkaufsbummel darf auf gar keinen Fall fehlen. Also auf zur Haupteinkaufsstraße, der Republic Street und setz dich in ein Café am Straßenrand, schau dir die teuren Designerläden genauer an, schlemme dich durch die Speisekarte eines Fischrestaurants oder misch dich einfach unter die Einheimischen und genieße die Energie dieser geschäftigen Stadt.

Straight Street – wem Malta zu ruhig daherkommt, der sollte sich zu späterer Stunde einmal auf die Strada Stretta wagen und sich entlang der schmalen, alles verschlingenden Straßen und Gassen ins quirlige Nachtleben werfen. Die perfekte Symbiose aus Lissabon und San Francisco.

Malta

Weitere Sehenswürdigkeiten – Europas kleinste Hauptstadt braucht sich trotz, oder gerade wegen ihrer Größe, keinesfalls vor ihren – flächenmäßig überlegenen – Kompagnons zu verstecken. Egal ob Grand Harbour, Europas größter Naturhafen, der sowohl von Land als auch vom Wasser einen Blick wert ist; der St. John’s Co-Cathedral, welche einst vom geheimnisvollen Malteserorden errichtet wurde und mit seinen vergoldeten Wänden, unsagbar teuren Wandteppichen und nahezu majestätisch anmutenden  Gemälden so manche/n Maltareisende/n mit offenem Munde im Innern dastehen lässt; dem Renzo Piano, dem Parlamentsgebäude, welches Maltas sprichwörtliche eigens initiierte Neuerfindung in nur einem Gebäude versinnbildlicht oder die Oberen Barrakka Gärten, welche, wie du dir sicherlich bereits denken kannst, einen umwerfenden Blick auf die wie zu ihren Füßen liegende Stadt, zelebriert; in Valletta kommt jede/r Weltreisende ins Schwärmen. 

Ich hoffe, du bist in den obigen Zeilen fündig geworden und weißt nun genau, wie und wo du was in Malta erleben möchtest.

Alex

*Dieser Blogbeitrag ist mit freundlicher Unterstützung von Visit Malta entstanden

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