Portoroz und Piran – Sloweniens Küste

Piran Aussicht Stadtmauer © Portoroz & Piran, Jaka Ivančič

Wie wäre es denn mal mit einem Trip an die Adria? Bestimmt schossen dir gerade Bilder von deinem letzten Italien- oder Kroatien Urlaub durch den Kopf. Doch ich habe hierbei eher an Slowenien gedacht. Viele, so wahrscheinlich auch du, vergessen bzw. wissen überhaupt nicht, dass auch hier eine wunderschöne Küste zum Baden einlädt. Also lass dich von mir und den nun folgenden Zeilen inspirieren und begleite mich auf eine literarische Reise durch die wunderbaren Küstenstädte Portoroz und Piran.

Solltest du nicht gewusst haben, dass auch Slowenien eine Küste hat, so sei dir verziehen, denn diese ist gerade einmal 46 Kilometer lang. Jedoch ist dieser Abschnitt Sloweniens bunt bestückt mit tollen Ausflugs- und Sightseeing Möglichkeiten, wunderbaren Badestränden und vielen malerischen Küstenorten wie Portoroz und Piran. Gerade Letztere gilt bei vielen Europa-Reisenden noch als Geheimtipp. Portoroz hingegen hat sich in der Tourismusbranche schon etabliert und einen Namen gemacht.

Piran zählt insgesamt 3872 Einwohner und verzaubert Reisende mit seiner von engen und geheimnisvollen Gassen durchzogenen Altstadt. Die Nähe zu Italien sieht man hier quasi an jeder Häuserwand, denn die venezianische Architektur ist allgegenwärtig und versprüht ihren südländischen Flair. Das Highlight Pirans  befindet sich jedoch im Norden der Stadt. Hier schlängelt sich entlang der ins Meer ragenden Landzunge eine von Restaurants gesäumte Uferpromenade.

Portoroz liegt nur einen Fußmarsch von Piran entfernt etwas südlicher und ist mit seinen 2800 Einwohnern eine Spur kleiner. Doch solltest du dich hiervon nicht täuschen lassen, denn dieses Defizit wird von Touristen mehr als ausgeglichen. Müsste man die beiden Orte vergleichen, so fällt sofort auf, dass in Portoroz mehr Hotels und somit auch mehr Touristen das Stadtbild prägen. Doch bietet der Kurort mit seinen vielen Thermalbädern und seinen felsigen Küsten nicht weniger Highlights.

Doch bevor du nun nach Vor- und Nachteilen suchst und eine Pro- und Kontra Liste aufstellen willst, damit du dich entscheiden kannst, welche der beiden Städte du besuchen solltest, sag ich dir gleich, vergiss es! Du besuchst natürlich Beide und nimmst mit Hilfe meiner nun folgenden Empfehlungen das Beste aus beiden Städten mit. Was solltest du dir anschauen und was darfst du nicht verpassen, wo lässt es sich am besten übernachten und natürlich die Frage aller Fragen, wo kannst du am besten essen?

1. Essen & Trinken

Fonda Fish Farm – Die Vision, Fischzucht nachhaltig zu machen und den besten Fisch der Welt zu züchten, könnte wohl größer kaum sein. Doch genau das hat sich Irena Fonda, Direktorin der Fischfarm, zum Ziel gesetzt. Der große Traum der studierten Meeresbiologin war es, in der Bucht von Portoroz ein natürliches Ökosystem zu errichten. Und genau dies hat sie auch in die Tat umgesetzt. Und so werden auf der Fischfarm Fonda Sägebarsche und Miesmuscheln unter hervorragenden Bedingungen gezüchtet. 

Wer sich selbst ein Bild von den Bedingungen der Anlagen machen möchte, kann sich für 36€ eine zwei- bis dreistündige Tour buchen. Neben der Besichtigung der Fischgärten inklusive Demonstration der Fischfütterung, steht auch eine abschließende Verkostung des Wildbarschs und einem Glas Wein aus der Umgebung auf dem Programm. Und obendrauf nimmt der aufmerksame Zuhörer natürlich noch eine Fülle an Informationen rund um das Thema Fischzucht und Nachhaltigkeit mit nach Hause.

Gramona Farm – Die nächste starke Frau, die ein familiengeführtes Unternehmen erfolgreich managt, ist die Leiterin der Gramona Farm, Nina Froggatt. Die Olivenbäuerin hat sich Nachhaltigkeit nicht nur auf die Fahne, sondern auch auf die Speisekarte geschrieben. Und so wird auf dem Bauernhof inmitten des Hinterlandes von Portoroz hochwertiges Bio-Olivenöl mit viel Liebe und Erfahrung hergestellt. Zusammen mit ihrem Mann führt Nina Froggatt die Farm bereits in vierter Generation, und das merkt man an jeder Ecke.

Ohne Gift, sondern ausschließlich mit natürlicher Feindabwehr in Form von Salbei und Rosmarin, werden die hier wachsenden 1100 Olivenbäume gezüchtet. Für 25€ darfst du dir den Olivenhain selbst anschauen und natürlich auch das leckere Olivenöl, sowie die lokalen Spezialitäten zwischen den Olivenbäumen verkosten. Unter dem Label Roncaldo, welches übrigens auch im Handbuch der weltweit besten nativen Öle gelistet ist, kannst du das Ergebnis dieser gelungenen Anlage auch zu Hause begutachten.

Restaurant Rizibizi – Natürlich steht in und um Portoroz so gut wie überall Fisch auf der Speisekarte. Wer vom Fisch der Familie Fonda nicht genug bekommen kann, der sollte sich an warmen Sommertagen einmal auf die Terrasse des Rizibizi Restaurants wagen und die unvergleichliche Kombination aus gutem Fisch und wunderbarem Ausblick auf die Bucht von Piran genießen. Egal ob Wolfsbarsch, Trüffelsuppe, Jakobsmuscheln oder Thunfisch, die Speisekarte lässt keine Wünsche offen.

Verkostung Gramona_© Portoroz & Piran, Branko Furlanic
Verkostung auf der Gramona Farm © Portoroz & Piran, Branko Furlanic

2. Sehenswürdigkeiten in Portoroz und Piran

Landschaftspark Salinen von Sečovlje – Keine Angst, in meiner Liste stehen nicht ausschließlich kulinarische Highlights. Auch naturelle Erlebnisse dürfen natürlich nicht fehlen. Schon gar nicht in Slowenien, in einem Land, in dem rund 60% der Fläche bewaldet und 36% des Landes unter Naturschutz stehen. Und wer sich davon überzeugen will, dass das touristische Programm “Grünes Slowenien” nicht nur schön klingt, sondern auch tatsächlich so aussieht, der gehe am Besten in den Landschaftspark Salinen.

Je nachdem zu welcher Jahreszeit dich deine Wege in den Landschaftspark führen werden, so wirst du die Salinen entweder an heißen Sommertagen weiß aufschimmernd oder an eisigen Wintertagen mit einem geheimnisvollen wabernden Nebel überdeckt, zu sehen bekommen. Egal welches der beiden Gesichter du zu sehen bekommen magst, der Weg in die Salzfelder wird sich für dich auf jeden Fall gelohnt haben. Übrigens beherbergt die Umgebung hier rund 250 Vogelarten.

Das Thalasso Spa Lepa Vida – Wenn du dich schon einmal in den Landschaftspark Salinen verirrt hast, dann solltest du auch Halt im Thalasso Spa Lepa Vida machen. Inmitten der Salinen kannst du es dir hier einmal so richtig gut gehen lassen. Massagen, Peelings, Salzlake-Bäder oder Schlamm-Packungen sorgen für eine körperliche und seelische Rundumerneuerung. Vielleicht ist das ein wenig hoch gegriffen, aber auf jeden Fall kannst du dir hier deine Energiereserven wieder auffüllen lassen.

Je nachdem wie lange du dich im Spa aufhalten magst, zahlst du zwischen 18€ (2 Stunden) und 30€ (4 Stunden) Eintritt. Hierfür kannst du in eines der vielen Salzbecken eintauchen und für 30€ mehr auch noch in den Genuss der bereits angesprochenen Salzschlamm-Behandlung kommen. Die gesamte Anlage ist übrigens im Freien. So hast du also einen Panoramablick auf den umgebenden Naturpark und kannst die Abgeschiedenheit und Ruhe hier in vollen Zügen genießen.

Stadtmauer – Bereits im 7. Jahrhundert n. Chr.  findet die Stadtmauer rund um die Altstadt Pirans ihre Erwähnung und auch 1300 Jahre später schlängelt sie sich nach wie vor um den Stadtkern. Zugegeben: Das einst zum Schutz errichtete Gemäuer hielte wohl heute keine Heere von einer Eroberung Pirans mehr ab, doch dafür ermöglicht die Mauer nun einerseits einen tollen Blick auf die Stadt und das vor ihr liegende Meer und andererseits bietet sie eine fantastische Gelegenheit für einen unvergesslichen Spaziergang.

Der Tartini-Platz – Benannt nach dem famosen Geiger und Komponistn Giuseppe Tartini, kann der Tartini Platz heute mit Fug und Recht behaupten, das Zentrum Pirans zu sein. Einst befand sich an dieser Stelle noch ein Hafen, der aber im 19. Jahrhundert zugeschüttet und zum Marktplatz umfungiert wurde. Seitdem zieren prächtige Gebäude wie beispielsweise das Barockhaus diesen weitläufigen Platz und versprühen meiner Meinung nach ein Hauch Italien und einen unvergesslichen Flair.

Mondbucht – Endlich auch mal ein visuelles und naturbelassenes Highlight wirst du dir an dieser Stelle vielleicht denken. Doch dafür habe ich mit der Mondbucht auch gleich das mit Abstand schönste Naturschauspiel der Umgebung auf die Liste gesetzt. Der etwa 500-Meter lange Kiesstrand entlang der Steilküste ist naturbelassen und ausschließlich zu Fuß und auch nur bei Ebbe zu erreichen. Die Unberührtheit dieses Ortes katapultiert die Mondbucht auf Anhieb auf meinen Platz 1 der schönsten Orte in Slowenien.

Wer keine Höhenangst hat, der sollte sich einmal auf das 80-Meter hohe Kliff von Strunjan wagen und den Blick, sowie die Gedanken übers Meer schweifen lassen. Umgeben von freiwachsender und sich selbst überlassener Natur kann man hier im Herzen des Naturschutzgebietes Strunjan einmal mehr den hektischen Alltag hinter sich lassen und den Moment in vollen Zügen genießen. Und wer genau hinsieht, der wird sogar das gegenüberliegende Venedig erkennen können.

Piran Aussicht von Stadtmauer © Portoroz & Piran, Jaka Ivančič
Aussicht von der Stadtmauer in Piran © Portoroz & Piran, Jaka Ivančič

3. Unternehmungen in Portoroz und Piran

Oldtimer Gourmet-Tour – Die Lisjak Vintage Gourmet Tour ist eine Zeitreise entlang der Adriaküste hinein ins Hinterland. Die spannende Geschichte der verschiedenen Olivenbaumsorten sowie die Olivenölherstellung wird hier auf einfallsreiche Weise erzählt und zugleich mit unvergesslichen Aussichtspunkten und nostalgisch anmutenden Oldtimer-Bussen abgerundet. Dass natürlich auch lokale Köstlichkeiten zum Programm gehören, brauche ich eigentlich nicht extra anmerken 😉

Wanderweg Fiesa Piran – Was könnte es Schöneres geben als in einem Land mit solch einer prächtigen Natur wie Slowenien Sorgen und Probleme hinter sich zu lassen und bewaffnet nur mit einem Rucksack eine Wanderung entlang der Küste zu unternehmen? Mir fällt auf Anhieb auch nichts ein. Mit einem Lied auf den Lippen, der italienischen Küste im Rücken und Segelbooten sowie dem weiten schimmernden Meer im Blick, wanderst du hier einen traumhaft schönen Pfad Richtung Piran entlang.

Oljčnik Lisjak in Oldtimerji © Foto Jaka Ivančič
Lisjak Vintage Gourmet Tour © Jaka Ivančič

4. Hotels in Portoroz und Piran

Jetzt weißt du also schon, wo du essen kannst und was du dir auf jeden Fall anschauen solltest. Bleibt also noch zu klären, wo du am Besten übernachtest. Damit du bei dieser schwierigen Entscheidung eine kleine Auswahl hast, habe ich dir gleich drei meiner liebsten Hotels aufgelistet, die je nach Bedürfnis und auch Budget genau das Richtige für dich sein könnten: Das Hotel Piran (zwischen 89€ und 200€), das Kempinski Palace in Portoroz (zwischen 117€ und 295€) und das Memento B&B in Piran (zwischen 100€ und 200€).

Natürlich habe ich hier nur einen kleinen Teil der Highlights von Piran, Portoroz und Umgebung aufgelistet, doch meiner Meinung nach kannst du hiermit nichts falsch machen. Ich wandere gerne einmal ein wenig abseits der Pfade, wie es so schön heisst, doch wenn du ein wenig mehr Zeit nach Piran und Portoroz mitbringen solltest, dann kannst du dir natürlich auch die vielen anderen Sehenswürdigkeiten,wie das Minoritenkloster des heiligen Franziskus, den Turm der Kathedrale St. Georg oder den Platz des 1. Mai anschauen.

Kirche St. Georg © Portoroz & Piran, Jaka Ivančič
Kirche St. Georg © Portoroz & Piran, Jaka Ivančič

Ich hoffe, ich konnte dir mit meinen Tipps weiterhelfen und du hattest Spaß beim Lesen,

Alex

*Dieser Blogbeitrag ist mit freundlicher Unterstützung von Portoroz und Piran entstande

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