Detox – Drei Tage Saftkur

Detox – Drei Tage Saftkur

Wieso habe ich das überhaupt gemacht? Welcher Anbieter eignet sich am Besten? Wie haben die Säfte geschmeckt? Und vor allem: Wie ist es mir nach drei Tagen Flüssignahrung ergangen? Habe ich mich besser gefühlt? Ich habe mich der Challenge – drei Tage Saftkur- gestellt und ziehe nun ein Fazit.

Warum mache ich eine Saftkur?

Detox, Entschlacken, Fasten, Kur. Mein Vorhaben hat viele Namen, doch wie immer man es auch nennen mag, eines ist klar: Ich werde drei Tage lang auf feste Nahrung verzichten und mich nur von Gemüse- und Obstsäften ernähren. Doch wieso eigentlich?

Die Liste der Versprechungen ist lang: Ein verbessertes Hautbild, eine bessere Verdauung, eine gesteigerte Achtsamkeit, ein besseres Körpergefühl, Gewicht verlieren, Regeneration der Zellen, den Fettstoffwechsel anregen und so weiter…

Zwar ist auch hier wie so oft nicht alles Gold was glänzt, doch kann ein positiver Effekt des Fastens nicht bestritten werden.

Fasten, in welcher Form auch immer, liegt zur Zeit voll im Trend. Ärzte sind alleine deshalb schon skeptisch, weil zu solchen Themengebieten auf einmal aus allen möglichen Bereichen sog. “Fachleute” und “Experten” ihre Meinung sagen möchten und vielerorts mit der Unwissenheit der breiten Masse eine schnelle Mark verdient werden soll.

Für welchen Anbieter habe ich mich entschieden

Ich habe mich für ‘Das Bergblut’ entschieden. Drei Tage detoxen mit dem ‘Immunity Cleanse’-Paket kosten hier 177 Euro. Zugegeben, knapp 180 Euro für sechs Flaschen mal drei Tage ist ein knackiger Preis, doch möchte ich mich bei meiner ersten Saftkur nicht lumpen lassen und es gleich richtig machen.

Zutaten wie Apfel, Fenchel, rote Bete, Ananas, Spinat, Zucchini und Kurkuma (um nur einige zu nennen), sind hier von ausgezeichneter Qualität, hand- und kaltgepresst und werden in kürzester Zeit in hochwertigen Glasflaschen direkt vor die Haustür geliefert.

Vor allem das Gesamtkonzept von ‘Das Bergblut’ hat mich in meiner Vorabrecherche überzeugt. Vom Gemüseanbau über die Zubereitung bis hin zur Verpackung ist den Herstellern hier ein stimmiges und überzeugendes Produkt gelungen.

Eine gelungene Saftkur muss gut geplant und letztendlich auch umgesetzt werden. Um nichts dem Zufall zu überlassen, liefert ‘Das Bergblut’ sowohl auf der Homepage, als auch als Beilage zu den gelieferten Flaschen ausreichend Informationen und eine Anleitung, wie die bevorstehenden Tage vonstatten zu gehen haben.

Vorbereitung

Ein gelungenes Detoxen ist in drei Phasen zu unterteilen: Vor, während und danach. 

Es mag sich für manchen Detox-Neuling eventuell ein wenig fremd anhören, doch auch eine geistige Vorbereitung kann die folgenden Tage durchaus erleichtern. Bereite dich gedanklich auf die bevorstehenden Tage vor, um nicht vom plötzlichen Ausbleiben fester Nahrung überrascht zu werden.

Des Weiteren sollte unbedingt auf Alkohol, Koffein sowie Nikotin verzichtet werden. Auch Zucker sollte weitestgehend gemieden werden. Schließlich möchtest du deinen Körper reinigen. Um einen perfekten Start in die saftreichen Tage zu ermöglichen, sollte viel Wasser und größtenteils (wenn nicht gar ausschließlich) gesundes Essen zu sich genommen werden.

Tag 1

Wie angekündigt, klingelt es morgens um acht Uhr an meiner Haustür und ein Riesenkarton mit insgesamt 18 Flaschen wartet dort auf mich.

Meinem ersten Saftfrühstück steht also nichts mehr im Wege. Da ich meist eh nicht vor zehn mein Frühstück zu mir nehme, hält sich mein Hungergefühl dementsprechend in Grenzen. Dennoch trinke ich den ersten Saft – die Lemonade – und starte in meinen Tag.

Da ich heute bis 18:00 unterwegs sein werde, stehe ich vor dem ersten, kleineren Problem: Ich muss fünf große Glasflaschen transportieren und sie vor allem die kommenden zehn Stunden kühl halten. Ich schnappe mir also meinen Rucksack, lege die Flaschen behutsam hinein und im Büro angekommen staple ich meine saftigen Begleiter im Bürokühlschrank.

10:00 – Zeit für meinen zweiten Saft – dem Yellow N°1. Da ich täglich üblicherweise zwei, maximal drei Liter Flüssigkeit zu mir nehme, ist es schon recht ungewohnt so früh am Tage bereits über einen Liter intus zu haben. Was mir jedoch jetzt schon auffällt ist, neben der Tatsache, dass ich nun schon drei Mal meine Blase entleert habe, die Erkenntnis, dass jegliches Trägheitsgefühl, welches sich sonst hin und wieder nach meiner morgendlichen Portion Haferflocken mit Früchten und Joghurt einstellt, ausbleibt. 

12:00 – Der Großteil meiner Kollegen diskutiert bereits lautstark über das anstehende Mittagessen, und auch bei mir regt sich daraufhin ein leichtes Zucken in der Bauchregion. Ich nehme zum ersten Mal ein leichtes Hungergefühl wahr, aber alles halb so wild. Ich greife gezielt meinen dritten Saft – den Red N°1 – und schlürfe fleissig drauf los.

14:00 – Zeit für den Green N°1. Nach zwei Litern Saft wird das stetige Entleeren meiner Blase zur Randnotiz. Wie bereits erwähnt sollte versucht werden neben den Säften viel Wasser zu trinken, um mögliche Effekte noch zu intensivieren. Mir persönlich fällt es sehr schwer, neben den Unmengen an kaltgepressten Säften auch noch Wasser in mich hineinzugießen. Dennoch steht ein Glas Wasser stets einsatzbereit neben meinem Laptop.

16:00 – Ich habe, seitdem ich mich zurückerinnern kann, noch nicht einen Tag ohne feste Nahrung überstanden und dementsprechend ungewohnt ist das Ganze für mich. Normalerweise hätte ich zu dieser Zeit bereits ein nahrhaftes Frühstück und ein leckeres Mittagessen hinter mir und würde mir langsam Gedanken über meine Abendessen-Planung machen. Doch bei mir steht Saft Nummer fünf auf dem “Speiseplan” – Green N°3.

18:00 – Es ist ein sehr schwer zu beschreibendes Gefühl. Normalerweise geht mit dem Hunger ein Gefühl von Kraftlosigkeit einher, da dem Körper Nährstoffe fehlen, um diese in Energie umwandeln zu können. Doch nun habe ich zwar Hunger, fühle mich aber nicht schlapp oder ausgelaugt. Im Gegenteil: Ich bin fit. Doch mein Magen knurrt immer häufiger und immer lauter. Je ernster die Vorbereitungen auf eine Saftkur genommen wird, um so leichter fallen die anschließenden Tage.

Auf meinen finalen, sechsten Saft – dem Milk N°2 – habe ich mich am meisten gefreut, da ich – neben dem leckeren Geschmack – auf eine sättigende Wirkung gehofft habe. Zwar ist der Saft lecker, doch wirklich gesättigt fühle ich mich definitiv nicht.

Unterwegs zu einem Konzert kann ich mich auf nichts anderes mehr konzentrieren, als auf die durch die Luft wabernden Essensgerüche der umliegenden Essensbuden, Restaurants und Imbisse. Das Hungergefühl ist mein ständiger Begleiter, doch bin ich nach wie vor fit. Und so steht dem abendlichen Konzert nichts im Wege (Kurz vor dem zweistündigen Auftritt bin ich natürlich noch kurz auf die Toilette).

Normalerweise esse ich meine letzte Mahlzeit um sechs Uhr am Abend und kann mich auch Stunden später ohne Hungergefühl ins Bett legen, doch fällt es mir heute extrem schwer, mich nicht von meinem Magen wach halten zu lassen.

Tag 2

Ich wache gut erholt auf und gehe (natürlich!) erst einmal zur Toilette. Gezielt greife ich zur (Saft-)Flasche und trinke mein Frühstück. Der Tag kann kommen! Ich bin erholt, voller Tatendrang und … hungrig. Zwar scheint mein Körper sich langsam auf den Essensentzug einzustellen, doch bin ich ein Liebhaber kulinarischer Köstlichkeiten und so fällt mir die Umstellung vielleicht ein wenig schwerer als manch anderem.

Mein Tag ist erneut bis zum späten Abend bereits verplant und so habe ich wenige Pausen, um mich in meinem saftigen Schicksal selbst zu bemitleiden oder gar schwach zu werden. 

Mir fällt es bedeutend leichter, die einzelnen Säfte zügig zu trinken. Und auch geschmacklich kann ich mich besser auf meine farbenfrohen, neuen Freunde einlassen. Zwar ist ein leichtes, wenn auch sehr leises, Magenknurren omnipräsent, doch ich habe keine Zweifel, dass ich die 72 Stunden ohne Probleme überstehen werde.

Tag 3

Tag drei startet ähnlich wie sein Vorgänger. Die monotone Leere in meinem Magen scheint für meinen Körper, aber auch für meinen Kopf so langsam zur Gewohnheit zu werden. Doch begehe ich einen kapitalen Fehler: Ich plane bereits in den Morgenstunden meine Mahlzeiten für den kommenden, fastenbrechenden Tag. Von nun an dreht sich in meinen Gedanken alles um frisches Obst, knackiges Brot und aromatische Gewürze.

Ich halte saftschlürfend durch, doch kann ich den morgigen Tag kaum erwarten. Meinen ursprünglichen Plan, gleich eine fünftägige Kur durchziehen zu wollen, erscheint mir nun wie ein waghalsiges Selbstmordkommando und ich bin froh, den Anweisungen von ‘Das Bergblut’ entsprechend mit einer der Einsteiger-Varianten begonnen zu haben.

Am frühen Abend stelle ich die letzte, leere Glasflasche zu seinen Kumpanen und bin zufrieden, die Challenge durchgehalten zu haben und gleichzeitig freudig erregt, ja fast euphorisch, wenn ich an mein morgiges Frühstück denke.

Der Tag danach

Noch vor dem Wecker springe ich leichtfüssig aus meinem Bett und bereite mein Frühstück vor. Gerne würde ich in einem fünf-Gänge Menü dahinschmelzen, doch möchte ich mir meine hart erarbeiteten essenslosen Tage nicht gleich wieder zerstören. Mindestens genauso wichtig wie die Vorbereitung auf eine Saftkur, sind die Tage danach. Mein Magen hat schließlich seit 72 Stunden keine feste Nahrung mehr bekommen und muss sich wieder an konsistenzreiche Kost gewöhnen.

Fazit

Mir fallen in den Folgetagen mehrere Sachen auf, die sich durch meinen dreitägigen Verzicht auf feste Nahrung gewandelt haben. Mein Hautbild hat sich (wenn auch nur leicht) verbessert, ich habe definitiv zwei, drei Kilos verloren und fühle mich alles in allem sehr gut.

Achtsames Essen steht bei mir schon länger auf der To-Do-Liste, doch bisher hatte ich beim Konsumieren meiner Speisen mehr Spaß beim Serie schauen oder anderen ablenkenden Dingen. Der Verzicht auf feste Speisen hat mir vor Augen gehalten, welchen Wert die Nahrung auf meinem Teller für mich haben sollte, und so sitze ich nun des Öfteren (leider nicht immer) vor meinem Teller und tue nichts anderes, als einfach nur zu essen. Alleine deshalb hat sich das Fasten schon gelohnt.

Abgesehen von meinem ständigen Begleiter, dem Hungergefühl, sind mir leider auch zwei andere Dinge störend aufgefallen: Zum einen der ständige Gang zur Toilette und zum anderen die Tatsache, dass ich auf anstrengende Sport-Übungen während des Fastens verzichten musste. Dies war mir jedoch vorher bewusst, und so habe ich mich schnell damit arrangieren können.

Resümierend kann ich also sagen, dass drei Tage Saftkur so oder so ein voller Erfolg waren. Ob ich mich nun von innen habe reinigen können sei mal dahin gestellt, aber mein Gefühl nach dieser Zeit war ein gutes und darauf kommt es letztlich an!

Danke fürs Lesen

Alex

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